»Welch ein Same liegt noch da gegen Orient begraben«

Herrnhuter Verbindungen nach Osteuropa und Asien

Was hat eine Tibetische Schreibmaschine mit Herrnhut zu tun? Sie gehört zu den vielfältigen Spuren der Brüdergemeine in Osteuropa und Asien. Schon bald nach der Gründung Herrnhuts streckte die Brüdergemeine ihre Fühler aus, um Möglichkeiten der Mission und Evangelisation im Osten zu erkunden. So entstand ein weit verzweigtes Netz von Verbindungen, die von den Sorben über Skandinavien nach Rußland reichen, in das Baltikum und in den Orient, nach Tibet und Ostindien.

Diese Arbeit der Brüdergemeine im geografischen Osten, die bisher kaum bekannt ist, bildet das Thema einer öffentlichen Tagung, die vom 16. bis 18. Juni in Herrnhut stattfindet und vom Unitätsarchiv in Kooperation mit dem Gästehaus KOMENSKÝ veranstaltet wird. Vorgesehen sind 14 Vorträge von Forschern aus dem In- und Ausland, die die einzelnen Regionen beleuchten.

Das Spektrum der Themen reicht von den Sorben der Oberlausitz über Schlesien und das Baltikum bis nach Rußland, Ägypten und Tranquebar. Für die Veranstaltung konnten als Referenten Vertreter der akademischen Forschung gewonnen werden. Bestandteil der Tagung ist die Eröffnung der Ausstellung zur Reformation in Osteuropa des Deutschen Kulturforums östliches Europa. Sowohl die Gedenkfeier am 17. Juni (Gründungstag von Herrnhut) als auch der Ökumenische Gottesdienst am 18. Juni werden Teil des Tagungsprogrammes sein.

Heute Teil der Millionenstadt Wolgograd: Brüdergemeinsiedlung Sarepta