Jan Amos Komenský

Johann Amos Comenius oder tschechisch: Jan Amos Komenský (1592-1670) war der letzte Bischof des böhmischen Zweigs der Unität. Bis heute ist er vor allem als Pädagoge bekannt, war er doch mit seinen pädagogischen und didaktischen Ideen seiner Zeit weit voraus. Doch gleichzeitig war er auch Bischof der Brüder-Unität, Verfasser zahlreicher theologischer Schriften und friedensethischer Vordenker.

Pädagoge und Didaktiker

Nach Comenius sollen alle, Jungen und Mädchen, Reiche und Arme Zugang zur Schulbildung haben. Er glaubt an die Wirkung einer guten Erziehung und Bildung für eine friedvolle Gesellschaft und setzt sich für eine Pädagogik ohne Gewalt ein.

Christus selbst hat seinen Boten, als er sie zu den Völkern aussandte zu lehren, aufgetragen nicht zu schelten. Lehren heißt führen, von der bekannten Sache zur unbekannten, und Führen ist eine linde, keine gewaltsame Tätigkeit; sie ist voller Liebe und keineswegs Hass. Wenn ich jemanden führen möchte, dann treibe ich ihn nicht, dann stoße ich ihn nicht, dann wälze ich ihn nicht auf der Erde herum und zerre ihn nicht; sondern ich nehme ihn sacht bei der Hand und gehe mit ihm, oder ich schreite auf freier Bahn vor ihm her und lade ihn ein, mir zu folgen.

Die Didaktik soll sich nach diesem Ideal richten. An die Stelle des gewaltsamen Einpaukens tritt ein kindgemäßes Lernen. Bekannt ist sein Schulbuch »Orbis sensualium pictus«, das von der Lebenswelt des Kindes ausgeht.

Vignette in Comenius Werk »Orbis sensualium pictus«. Die lateinische Umschrift lautet: »Alles fließe von selbst, Gewalt sei ferne den Dingen«